Kathi und ich haben jetzt fast durchgehend eine Woche auf den jungen Hund von ihren Eltern aufgepasst. Als wir ihn gestern wieder zurück gegeben haben, kam mir unsere Wohnung ganz still und leer vor…
Aber wir haben dabei einiges gelernt! So ist es gar nicht so einfach, wenn zwei Menschen bei der Erziehung zusammen spielen wollen, weil jeder erstmal seine eigenen Vorstellungen in der jeweiligen Situation hat. Wenn man dann nicht solche Kleinigkeiten erzählt und dabei erwähnt, wie man sie gelöst hat, hat der Hund zwei verschiedene Lösungen, die von ihm erwartet werden und er verhält sich dann bei einer Person anders als erwartet.
So wollte Bryza eines morgens die aller letzte Treppe im Flur nicht mehr hochgehen. Einmal Bellen und die Nachbarn fliegen aus den Betten, was also machen, wenn man keine Ahnung hat, warum er dort sitzen bleiben will. Meine Sturheit konnte sich letzten Endes durchsetzen und als ich es Kathi erzählte, lüftete sich das Geheimnis.
Sie hatte ihn die letzte Treppe wohl die letzten beiden Male mit Leckerli hochgelockt. Sozusagen als Belohnung, dass man wieder Zuhause ist. Da ich nichts davon wusste, hatte ich keine dabei und konnte die Situation nicht adäquat beurteilen.
Mit der Zeit spricht man sich dann aber besser ab und die Schwierigkeitsgrade können von leicht (Treppe steigen) zu schwer (kein Essen vom tief liegenden Wohnzimmertisch) gesteigert werden.![]()
Da Bryzas Kopf über der Tischekante liegt, liegt es für sie nahe den Inhalt des Tisches zu überprüfen und gegebenenfalls leckere Dinge zu essen oder zu knabbern. Nach erstem leichten Schimpfen, haben wir dann zwei Trauben, welche Ziel ihrer Angriffe waren, ca. 10cm von der Tischkante gegenüber hingelegt. Jedesmal wenn sie die Trauben nehmen wollte, haben wir geschimpft und wenn sie die Trauben mal geschnappt hat, weil wir nicht darauf geachtet haben, wurde sie bestraft. Nach drei Tagen war ihr klar, dass sie keine Trauben von Tisch nehmen darf. Aber da wir nicht nur Trauben essen, war die Strategie noch nicht perfekt. Als nächstes haben wir also Käse dorthin gelegt und das gleiche Verfahren durchgezogen, welches schon schneller Wirkung zeigte.
Es ist zwar immer noch nicht ganz einfach, wenn Besuch da ist, aber wenn wir ihr etwas auf dem Tisch verbieten, geht sie schon nicht mehr dran. Mit etwas mehr Zeit hätten wir unser Ziel vielleicht ganz umsetzen können.
Sehr schön ist natürlich auch die Zeit, welche man mit dem Hund unterwegs verbringt. Mit 4 1/2 Monaten hört sie zwar noch nicht perfekt, aber es überrascht mich doch immer wieder, wie oft sie auf Zuruf wieder zurück kommt. Mit Ausnahme von der Anwesenheit anderer Hunde funktionierte es schon recht gut! Und gerade wenn sie mit anderen Hunden spielt und dabei immer wieder auf die Nase fliegt, stolpert oder sich sonst wie witzig darstellt, hat man sehr viel Spaß ![]()
Für mich steht fest, dass ich eines Tages einen Hund an unserer Seite haben möchte.
Bryza ist im übrigen ein Jagdhund, und um genau zu sein ein “Deutsch Kurzhaar“. Mehr Fotos von ihr findet ihr in meiner Galerie.