Man konnte es die letzten Tage in den Nachrichten ja oft genug hören. Guido Westerwelle sprach in einem Interview folgenden Satz: “Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein.”. Ob dies historisch nun im großen Maße so war, darüber dürfen sich Historiker gerne streiten. So wie der Satz dort steht, muss ich ihm vollkommen zustimmen! Und auch Disney hat es in “Wall-E” verdeutlicht!
Sehr unpassend war der Zusammenhang, in welchem dieser Satz genannt wurde. Denn von Wohlstand, der zur Dekadenz führt, sind wir bei Hartz IV wohl noch meilenweit entfernt. Auch ich übertreibe schon mal mit den Metaphern und Vergleichen, aber was da momentan in der “großen” Politik abgeht ist wirklich köstlich zu lesen
Köstlich vor allem, weil diese Diskussion über seinen Ausreißer hinweg, kein Nachspiel für die Bevölkerung haben wird.
Wesentlich interessanter finde ich die darüber wieder initiierte Diskussion über die Mindestlöhne. Noch vor kurzer Zeit war ich gegen jeglichen Mindestlohn, da ich auf die Kraft des freien Marktes gesetzt habe und zur Not werden die Personen ja auch durch das Arbeitsamt finanziell unterstützt.
Nun kann es jedoch nicht sein, dass ein großer Teil der Arbeitnehmer im Niedriglohnbereich Unterstützung vom Staat bekommen muss! Ich bin mir gerade nicht sicher, wer es gesagt hat, aber “Arbeit muss sich lohnen!” [Anscheinend Wahlwerbung von der FDP zur Europawahl, aber anscheinend ohne Zusammenhang zum Mindestlohn]. Daraus resultiert nun, dass entweder der Hartz IV Satz gesenkt wird, oder die Löhne (zur Not vom Staat aus) erhöht werden. Dabei denke ich jedoch nicht direkt an einen Mindestlohn von 14€ für Kellner, wie es in Dänemark wohl aktuell ist, sondern an einen Mindestlohn, der einen wesentlichen Unterschied zum Hartz IV Satz ausmacht. Der wäre dann für Vollzeitarbeitnehmer in dem Bereich von 6-8€. Weiterhin sollte man die Steuern erst ab dem Betrag anfangen lassen, ab dem man über dem Hartz IV Satz liegt. In einem Bericht auf Spiegel Online wurde von einer Familie berichtet, welche Steuern bezahlt hat und sogar ein bisschen mehr als diesen Betrag dann vom Arbeitsamt wieder zurück erhalten hat. Es kann nicht sein, dass man Steuern zahlt und sich diese dann wieder “erbetteln” muss.
Leistung und Arbeit muss sich lohnen. Und mit einem weiteren Zitat von Herrn Westerwelle beende ich den Blogeintrag: “Für viele Linke ist Leistung ja beinahe eine Form von Körperverletzung. Dagegen wehre ich mich”.
Wahre Worte!
Die Höhe des HarzIV Satzes ist in der Momentanen Diskussion total irrelevant.
Es geht darum, dass der Staat es schaffen muss HarzIV Bezieher und Beschäftigte im Niedriglohnbereich finanziell weiter auseinander zu bringen.
Wer einen Ganztagsjob hat, der MUSS davon leben können und DEUTLICH mehr Geld haben als Arbeitslose.
Und das Problem der zu geringen Anzahl an Jobs für derzeit Arbeitslose ist ganzheitlich nicht sofort lösbar, sondern eh nur auf lange Sicht und nur durch Verbesserungen im Bildungssystem und die Verbesserung der Chancengleichheit im System und in der Erhöhung der Durchlässigkeit der sozialen Schichten.
Alles in allem: Ne Menge arbeit für die Politik. Wir dürfen keine Wunder erwarten.
Bravo!
Endlich sind wir beide einer Meinung!