Schon immer möchten wohl die meisten Sänger und Labels so viel wie möglich ihrer Musik absetzen. Seit einigen Jahrzehnten wird dies über lautere Musik versucht. Dabei kann der Maximalpegel eines Tonträgers zwangsläufig nicht überschritten werden. Um dies zu erreichen, werden einzelne leisere Pegel einfach lauter gemacht. Beispiel: Während eines Stücks mit Schlagzeug wird dieses häufig am lautesten sein. Während das Schlagzeug nun also knapp 100% des Pegels für eine kurze Zeit erreicht, wird die Stimme des Sängers und die der Gitarre nur ca 30% erreichen. Der Dynamikumfang an dieser Stelle ist hoch. Beim Abmischen wird nun jedoch die Stimme des Sängers und die Gitarre künstlich lauter gemacht. Sie wird auf 90% erhöht. Das Schlagzeug bleibt jedoch gleich laut! Das ganze Stück hört sich nun lauter an, da das Schlagzeug nur für einen sehr kurzen Zeitraum zu hören ist. Möchte man das Stück nun jedoch in der ursprünglichen Lautstärke hören, so reduziert man die Lautstärke auf 35%. Nun haben wir fast wieder die Anfangssituation, Gitarre und Sänger sind bei einer Lautstärke von 30%. Aber nun ist auch das Schlagzeug auf einer Lautstärke von nur noch 35%. Wir haben demnach eine wesentlich geringere Dynamik.
Rechts seht ihr ein youtube-video, welches die ganze Situation noch einmal sehr anschaulich erklärt.
Dies ist in einigen Anwendungsgebieten sinnvoll, wie z.B. beim Radio. Ansonsten müsste man oftmals die Lautstärke manuell nach regeln, je nachdem welches Stück gerade gespielt wird. Aber bei einer CD möchte ICH entscheiden, wie ich das ganze hören möchte. An einer guten Stereoanlage hört sich die so gemischte Musik nämlich nach Einheitsbrei an. Diese Entwicklung nennt man Loundess War und sie hat Mitte der 90′er Jahre ihren Höhepunkt erreicht.
Auch schon während der LP wurde diese Technik eingesetzt, jedoch sind dort der Dynamik mit ca. 60 dB stärkere Grenzen gesetzt. Die CD mit 90 dB Dynamikumfang kann wesentlich stärkere Lautstärkeunterschiede abspeichern, wodurch erstmalig auch Musik wirklichkeitsgetreu wiedergegeben werden konnte. Ein klassisches Konzert hat ca. 90 dB Lautstärkeunterschied zwischen leisestem und lautesten Pegel. Da sich jedoch lautere Musik besser verkauft wie die Praxis gezeigt hat, wurden immer mehr CDs lauter abgemischt. Man kann dies sehr stark am Beispiel des Beatles-Stückes “Something” Rechts oben erkennen. Anfangs wurde nur die Maximallautstärke erhöht, was keinen Dynamikverlust bedeutet, aber mehr Geld in die Kasse spült. Zuletzt sind jedoch einige Lautstärken, die Anfangs noch verschieden laut waren, nun fast gleich laut. Wesentlich stärkere Unterschiede sieht man Links. Die relativ alte Aufnahme aus dem Film “Back to the future” zeigt wenige hohe Ausschläge an. Das Schlagzeug ist nun mal lauter als die meisten anderen Instrumente. Unten ist der Einheitsbrei von Amy Winehouse zu sehen. Hier hören sich alle Instrumente ungefähr gleich an. Ein aktuelles Beispiel von hoher Dynamik sind die Alben von Katie Melua. Das Label Dramatico Entertainment macht bei dem Loudness War nicht mit und veröffentlicht alle Alben mit hohem (und prinzipiell normalen!) Dynamikumfang und daher in hoher Qualität. Weitere Ausnahmen habe ich in meiner Sammlung leider nicht ausmachen können. Es gibt jedoch einige Labels, die sich einer guten Qualität versprochen haben. Eine Sammlung der Labels findet ihr auf der Seite von HiFi & Friends.

Wirklich toll wie das hier visualisiert wurde!
krasse scheisse… da kann man ja froh sein, wenn man alte originalaufnahmen hat.
was geht eigentlich so an volumen bei ner umwandlung in mp3 verloren?
An Volumen?
Die Problematik mit der Lautheit hat nicht viel mit Kompression zu tun.
Aber ich kann dir nur empfehlen, eigene CD’s nicht ins verlustbehaftete mp3 Format zu extrahieren, sondern ins verlustfreie .flac Format, welches auch einige Standaloneplayer abspielen können.
Damit ist man auch für die Zukunft gewappnet.
Wir haben noch die gute alte LP da hört man noch das schöne knistern
Bei mancher Musik bei euch wünschte ich mir mehr knistern
Das kennt ja jeder, wenn er mal MP3s (äh legal) herunterlädt. Die höheren Bitraten (ab 256) wirken viel leiser, als die 08/15-Titel mit einer Rate von 128.
Das eindruckvollste Beispiel ist die Werbung. Man hat das Gefühl, diese sei viel lauter als das restliche Programm – wobei das vom Schalldruck (dB) gar nicht stimmt. Lediglich die Dynamik ist eine andere. Das ist die “gefühlte Lautstärke”.
DANKE