Dortmunder Unicard

Ab nächstem Semester ist die Dortmunder Unicard Pflicht für jeden Studierenden. Mit der Rückmeldung bekommt jeder Studi den Hinweis, dass der alte Papierausweis nicht mehr verschickt wird und er durch die Unicard ersetzt wird:
“Die Unicard ist der neue Studierendenausweis”.

Jetzt muss man sich aber mal fragen, wo man sich damit als Studierender ausweisen kann. In Bus und Bahn geht es schonmal nicht. Da reicht im übrigen auch die Unicard nicht, sondern man muss sich vorher das NRW Ticket (demnächst womöglich in Din A4) ausdrucken und dies zusammen mit einem amtlichen Lichtbildausweis vorweisen. Natürlich ist die Unicard kein amtlicher Lichtbildausweis…
Aber zur Wahl an der Universität sollte es doch reichen, oder? Nein… Obwohl man alle relevanten Informationen über die Unicard erhält, die Erstellung vom ITMC sehr gewissenhaft durchgeführt wird und das darauf enthaltene Zertifikat eine studienrelevante Unterschrift unnötig macht (soll), kann man die Unicard zuhause lassen, da wieder nur ein amtlicher Lichtbildausweis zulässig ist.
Aber die Domäne der Studierendenausweise, der vielerorts begrüßte und oft genutzte Studierendenrabatt sollte doch mit der Karte zu erhalten sein, oder?
Auch hier gibt es Unmengen von Stellen alleine in Dortmund, welche den Ausweis nicht akzeptieren, da dort kein Ablaufdatum vermerkt ist. Im AStA melden sich fast täglich Studierende, die keine Ermäßigung erhalten haben. Was will man auch im Museum auch schon groß machen, wenn der Kassierer nein sagt? Vertreter des ITMC teilten mir mit, dass man Ihnen die Stelle, wo die Karte nicht angenommen wurde, mitteilen sollen. Sie rufen dann dort an und klären das Problem… Kein Kommentar…
Architekturstudierende erhalten in Italien freien Eintritt in einige Kirchen etc., was mit der Unicard aber auch nicht möglich ist, alleine deshalb, weil keine Fakultät auf der Unicard verzeichnet ist. Fragt man bei den Verantwortlichen nach, so erhält man die Antwort, dass man doch auch eine Immatrikulationsbescheinigung ausdrucken und immer mittragen kann (Das gilt auch in Deutschland). Wo sei also das Problem?
Ok, wir haben also momentan Unicard, Lichtbildausweis, NRW-Ticket und Immatrikulationsbescheinigung immer dabei. Und wer Bücher ausleihen möchte, sollte die Büchereikarte nicht vergessen, die ist soweit ich weiß, auch noch nicht integriert. Und dann noch die Kopierkarten. Plural deshalb, weil es ja momentan ein System für Physik und viele Fakultäten, sowie ein zweites für die Bibliothek gibt. Zwei Karten mehr, wenn man überall drucken und kopieren möchte. (Wer ins Ausland geht, benötigt weiterhin den internationalen Studierendenausweis für 12€.)
Dabei sollte die Karte doch ursprünglich alle Funktionen in einer Karte bündeln. War das nicht das Hauptziel? Was bleibt denn überhaupt noch an Vorteilen übrig?
Man bekommt mit der Unicard aktuell noch das Mensaessen zum Studipreis, aber ich hatte letztens eine Person mit einem Studierendenausweis ohne Ablaufdatum vor mir (keine Unicard), wo die Kassiererin diesen aus genau diesem Grund abgelehnt hat… Wer weiß also schon, wie lange wir diesen Vorteil noch haben ;)

Für die Zukunft geplant ist eine elektronische Geldbörse, die sichere Authentifizierung für Prüfungsanmeldungen etc. und die Nutzung als Bibliothekskarte.

Ich kann absolut nicht verstehen, warum die Universität eine so unausgereifte Sache zur Pflicht für alle Studierenden machen möchte, nur um die Versendung der Briefe einzusparen (Kostenpunkt ca. 10.000 – 15.000€).

“Die Unicard ist der neue Studierendenausweis” – Ich sage, niemand braucht die Unicard aktuell. Druckt euch die Immatrikulationsbescheinigung aus und zeigt sie einfach beim Mensaessen vor. Die benötigt ihr sowieso, wenn ihr mal ausgeht und die Chipkarte kann beim itmc bleiben, bis eine vernünftige Version rausgebracht wird.


Bildungsstreik in Düsseldorf

Samstag war die große Abschlussdemo in Düsseldorf. Im Zug waren dieses mal wesentlich mehr Personen, die zur Demo wollten, als bei den letzten beiden Demos. Da es geregnet hat, sind Kathi und ich erstmal in eine Bar, die am Anfang der Demo war. Schaute man also aus dem Fenster, so sah man eine Hundertschaft der Polizei =)
Nach dem Aufwärmen ging es dann langsam los. Ihr könnt die meisten Transparente in meiner Galerie bewundern. Die Demo selbst war ziemlich unspektakulär. Ich selbst finde es immer interessant, was für Personen alles auf einer Demo mitlaufen. Allen voran die “Jesus Rettet!”-Frau ;)
Dazu kommt noch die Vermischung der Bestrebungen. So handelte es sich im Grunde um eine Demo für ein besseres Bildungssystem. Die Probleme in der Umstellung zum Bachelor/Master und der Protest gegen die aktuellen Studiengebühren waren die Hauptpunkte für mich. Ganz sicher jedoch nicht der Kapitalismus oder gar die Demokratie an sich. Beides Themen, welche auf der Demo von Transparenten aufgenommen wurden.
Genauso sehe ich das ganze nicht als “Krieg”, wie auf einem Banner bezeichnet: “Ihr habt uns den Krieg erklärt, glaubt ja nicht, dass sich keiner wehrt”. Eine recht extreme Meinung, welche aus dem schwarzen Block zu kommen schien. Doch einige Sprüche fand ich auch sehr kreativ, so wie: “Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum? Wer nicht zahlt bleibt dumm!”. Aber seht selbst :)


Wer überwacht denn noch die Ausgaben aus Studiengebühren?

Letzten Freitag hat das Prüfungsgremium der TU Dortmund getagt, welches die Verwendung der Studiengebühren zum Ziel hat. In der Sitzung wurden die Qualitätsberichte (quasi ein sehr detaillierter Rechenschaftsbericht) der Fachbereiche und der zentralen Mittel (Insgesamt 19 Mio. €) besprochen.
Es waren 25 Berichte zwischen 20 und 130 Seiten.

Ich würde soweit gehen und sagen, dass dies das für Studierende wichtigste Gremium (zu Studiengebühren) an der Universität ist.

Auf der Sitzung habe ich 4 Seiten mit Kritik geäußert, die freudig entgegengenommen wurde. Es gab rege Diskussionen mit den Profs. und den wiss. Angestellten.

Warum erzähle ich das? Nun ja, die beiden Mit-AStA-Referenten waren an der Sitzung nicht anwesend. Und auch nicht der ehemalige AStA-Vorsitz und auch nicht das 5. und 6. Mitglied der Studierendenschaft. Ich saß dort also als einziger Student! In einem Gremium, in welchem die Studierenden absichtlich die Hälfte der Sitze erhalten haben, damit nichts gegen ihren Willen beschlossen werden kann! Im Gegensatz zu dem fehlenden Prof. hat sich auch niemand abgemeldet oder vorher Bescheid gesagt, dass er nicht könne. Der Termin wurde auf der vorherigen Sitzung beschlossen und es gab zwei Erinnerungsmails.

Ein wirkliches trauriges Bild der verfassten Studierendenschaft. Nun gut, wenigstens die Anwesenheitsliste bleibt der politischen Arbeit zu Studiengebühren treu und sucht nach Ausgaben, die nicht gerechtfertigt waren.

Davon gab es im übrigen einige. Das fängt beim gemeinsamen Bowling Abend an und geht über Hafenrundfahrten, Verköstigungen zu Tischen und Stühlen über. Am Ende wird dann der generelle Verwaltungsaufwand davon bezahlt und es wird damit begründet, dass die Lehrenden dann mehr Zeit für Lehre haben… Ein falscher Ansatz, wie ich behaupte. Ähnlich falsch, wie Bücher zu verschenken…

Diese Anschuldigungen findet man so in so manchem Bericht, wobei die dafür Verantwortlichen noch nicht zur Sprache kamen, so dass eine falsche Interpretation bei Punkten nicht ganz ausgeschlossen ist. Auch werde ich keine weiteren Details zu diesen Punkten vor Veröffentlichung der Berichte ausgeben. Die Veröffentlichung ist im übrigen ein weiterer Diskussionspunkt. Ich bin der Meinung, dass der gesamte Qualitätsbericht wenigstens in den Fachschaften veröffentlicht werden muss! Und nicht nur eine grobe Aufstellung im Internet. Denn anders würde man nicht an diese Punkte kommen, die ich gerade angesprochen habe.


Planspiel – ThyssenKrupp Manager-Cup

Gestern fand die Einführungsveranstaltung zum diesjährigen Manager-Cup der Dortmunder Hochschulen statt. Mit ca. 110 Teams und über 500 Teilnehmern hat der Cup eine Zunahme der Teilnehmerzahlen von über 70% geschafft. Letztes Jahr hatte ich schon von Florian von dem Planspiel erfahren und fand es damals schon interessant. Dieses Jahr fand sich dann ein Team und nun brüte ich über Tabellen und versuche der Copyfix AG zu einem hohen Aktienkurs zu verhelfen. Denn wer am Ende von 4 Perioden den höchsten Aktienkurs hat, gilt in der eigenen Region als Gewinner und kommt in die Finalrunde.
Das ganze Spiel ist schon ziemlich komplex.
Man muss sich überlegen, wie viele Kopierer man produzieren möchte und bekommt dann im Einkauf entsprechende gestaffelte Vergünstigungen, wenn man eine gewisse Anzahl von Komponenten kauft. Zur Produktion benötigt man jedoch Fertigungsanlagen und Arbeiter. Bei den Fertigungsanlagen sind zwei wichtige Punkte die Verfügbarkeit und der Umweltfaktor. Möchte man eine 100% Verfügbarkeit, so kostet dies viel Aufwand und damit viel Geld. Die beste Kosten/Nutzenrechnung hat man zwischen 93% und 97%. Auch die Arbeiter werden schonmal krank, haben eine bestimmte Motivation und können Überstunden produzieren. Aber ab der ersten Überstunde entsteht ein Fixbetrag von 2,5 Mio. Euro, weshalb man es sich gut überlegen sollte, ob man Überstunden zulassen möchte. Die Qualität der Maschinen hängt wiederum stark von dem technischen Fortschritt ab und diese geht Antiproportional in die Endkontrolle ein, da kompliziertere Geräte eher kleine Macken aufweisen.
Die Optimierung in einer Region hängt aber nun auch stark von den Aktionen der Konkurrenz in einer Region ab. Wir haben 8 weitere Produzenten von Kopiermaschinen. Um nun einen Kunden dazu zu bekommen, unsere Kopierer zu kaufen sollte man in Werbung und womöglich in ein “Corporate Identity” investieren. Hat man jedoch nicht genug Maschinen, um alle Kunden zu bedienen, wirkt sich die Werbung positiv für die Konkurrenz aus. Und hat man zu viele Geräte im Lager, mögen das die Kunden nicht, da sie immer das neuste Gerät haben möchten.
Dieser kurze Einblick zeigt schon einen Teil der Zusammenhänge, welche wir in den nächsten Wochen zu verstehen haben :) Ich freue mich drauf :)


Physik am Samstag – Was hat das Universum mit mir zu tun!

Heute war Physik am Samstag mal am Mittwoch. Dies mag daran liegen, dass der Stargast Prof. Lesch, bekannt aus Alpha Centauri und aktuell Abenteuer Forschung, nur wochentags Zeit hat. Um auch ja einen Platz zu ergattern, sind wir über eine halbe Stunde früher dort gewesen. 5 Minuten später wurden die Sitzplätze langsam rar. Mir war der Professor noch nicht so bekannt, daher war ich umso erstaunter, wie locker er die Materie dem Publikum nahe gebracht hat und wie spielend er eine Unmenge von witzigen Vergleichen eingebracht hat. Der Vergleich mit Herrn Tolan liegt nah und da muss ich zum Dortmunder Nachteil eingestehen, dass Herr Lesch die Physik noch unterhaltsamer rübergebracht hat. Wobei wir hier generell schon auf einem hohen Niveau liegen.
Ich kann jedem nur eindringlich empfehlen, bei dem nächsten Vortrag von Herrn Lesch hinzugehen, sofern die Entfernung dies zulässt! Es ist besser als Kino!


Das Leben des Monty Python

Nachdem ich 28 Jahre gelebt habe, ohne “Das Leben des Brian” zu sehen (ja, er hatte 1979 Premiere) habe ich dies heute nachgeholt. Der Grund war die Aufführung der Theater AG der Uni. Ich dachte mir, wie soll ich die ganzen Witze verstehen, wenn ich den Film noch nicht gesehen habe… Und damit hatte ich Recht, obwohl das Theaterstück ziemlich nah am Original war!
Während man sich hinsetze, kam schon eine Frau mit Bart durch die Reihen um Steine ( 0€ ) und Bärte ( 2€ ) zu verkaufen :) Bis auf Kleinigkeiten (Warum liegt hier denn Stroh?) und eine komische Szene, war das Stück sehr nah am Original! Wobei die meisten Witze live natürlich noch besser zur Geltung kommen!
Mir hat die Aufführung ziemlich gut gefallen (die Darsteller brauchen wirklich keinen Kurs für Theater-Schauspielerei mehr belegen) und ich lege allen ans Herz, sie auch einmal zu besuchen… Ach, das war ja die letzte Aufführung… Aber durch die enorme Resonanz und die immer total überfüllten Säle, versuchen sie noch weitere Termine zu finden, was aber bei der Anzahl der Darsteller eine schwierige Sache ist.


Du kannst besser Mathe als du denkst!

Mit diesem Spruch hat die Mathematik in diesem Jahr versucht ihren Stellenwert in Dortmund zu verbessern, denn es war (naja, ist noch) das Jahr der Mathematik!
Zum Abschluss dessen fand heute ein Festakt am Campus Süd statt und ich muss wirklich sagen, dass ich überrascht war wie phantastisch die Vorträge waren!
Vor allem die 4 15-minütigen Vorträge, welche die Didaktik zum Inhalt hatten, waren sehr informativ!
So antworteten 10% aller Kindergartenkinder auf folgende Frage:
“Ein Schiff hat 28 Schweine und 10 Kühe geladen. Wie alt ist der Kapitän?”
Meistens natürlich mit 38 Jahren. Das alleine ist noch nicht besonders. Aber wie viele Grundschüler antworteten 38 darauf? Ganze 75%.
Thema war dann, in wie weit das reine Massenlösen von Aufgaben nach vorher erklärtem Schema F sinnvoll ist.
Direkt danach wurde ein Video gezeigt, in welchem 4 Grundschulkinder dann folgende Frage klären durften:
“Wie viele Kühe benötigt man, um unsere Schule eine Woche mit Milch zu versorgen?”. Dabei wurde nicht mehr als diese Aufgabe den Schülern mitgeteilt, halt eine bekannte Art der Ferminaufgaben.
Nun haben diese Schüler selbstständig eine Lösung von 2 Kühen herleiten können, ohne Hilfe des Lehrers und auf dem Herleitungsweg konnte man sehen, dass diese Zahl auch sinnvoll ist :)

In dem ersten Vortrag wurde mir nochmal (nach Physik III) erklärt, wieso ein Regenbogen existieren kann und diese Art der Wissensvermittlung war sogar besser als von unserem Physikexperimentator, obwohl diese Frage nun wirklich eher an die Physik angelehnt ist :)

Zwischen den Vorträgen trat dreimal ein Chor aus Bochum auf, welche direkt am Anfang Ahuimbuwhe (König der Löwen) derart überzeugend präsentiert war, dass man schon jeden weiteren Auftritt sehnsüchtig erwartete :)
Zum Schluss gaben sie noch ein Lied über den Hauptsatz der Differential- und Integralrechung zum besten!

Nach den Vorträgen und den letzten musikalischen Leckerbissen ging es in die Architeria, um auch für das leibliche Wohl gesorgt zu haben!

Alles in allem ein Abend, den ich wirklich JEDEM empfohlen hätte!