Canon Ixus 60

Einführung:

Ich besaß die Ixus 40 ein knappes Jahr während meine Freundin schon ein halbes Jahr das Nachfolgemodell, die Ixus 50, ihr eigen nennen konnte. Quantitativ gleich viele Verbesserungen, wie von der Ixus 40 zur Ixus 50, sind nun auch von der Ixus 50 auf die Ixus 60 zu verzeichnen. Nichts wirklich innovatives aber viele kleine und größere Verbesserungen.

Die Preisempfehlung von Canon konnte man schon bei der Einführung getrost vergessen, da sie zumeist für unter 300 Euro verkauft wurde. Ganz nebenbei kann man jetzt die Ixus 50 für 230 Euro kaufen *g*

Technische Details:

Die technischen Details findet ihr unter canon.de und folgend nur die wichtigsten:
- 6.0 Millionen Pixel
- 1/2.5″ CCD Chip
- 2.5″ LCD-Display mit ~ 173.000 Pixeln
- 35-105mm äquivalent Kleinbild Zoom-objektiv
- 2,8 – 4,9 Lichtstärke des Objektives

Abmessungen: ca. 86,0 x 53,5 x 21,7mm
Gewicht (ohne Akku und Speicherkarte) ca. 130g

Schnellvergleich zur Ixus 50:

Die Kamera selbst ist einen Millimeter dicker und einen halben Millimeter höher, als die Vorgängermodelle.
Sie hat ein größeres, schärferes und besseres Display, dazu 1 Megapixel mehr.
Die weiteren Verbesserungen zeigen sich im Detail und werden im folgenden besprochen :)

Erster Eindruck:

Die Verpackung ist wieder mal im Ixus-typischen blau. Enthalten sind:

1 Ixus 60
4 kleine Handbücher in verschiedenen Sprachen (unter anderem engl. und deutsch)
2 CD’s, eine davon mit Canon Software und die andere mit dem erweiterten Handbuch
1 Video kabel zum Anschluss an den Fernseher
1 mini-USB Kabel
1 Ladegerät samt Euro-Stecker
1 NB-4L Akku
eine Trageschlaufe für die Kamera
weiteres Papierzeugs wie Garantiekarte + Produktkarte

Die Kamera liegt erst mal gut in der Hand und das Display wirkt geradezu riesig!
Jedoch hat Canon weiterhin die Plastikteile für den USB-Anschluss und den Akku gelassen, was den Gesamteindruck ein bisschen trübt (auch, wenn ich mich darüber noch nicht beschweren konnte, sieht es nicht aus, als wäre es für die Ewigkeit gemacht…).

Während ich die Kamera jedoch in ihre Kameratasche gleiten lasse, fällt mir direkt auf, dass sie dicker ist! Nachdem ich das überprüft habe, komme ich auf den einen Millimeter,
den sie dicker ist. Was mich verwundert hat, da bei Amazon stand, dass sie gleich sind. Bei näherer Betrachtung wurden dort jedoch nur die Daten der Ixus 50 kopiert…

Bildqualität Photos außen:

Die Bildqualität draußen ist natürlich super! Die Farben sind Canon-like und sehr warm.
Der Weißabgleich funktioniert immer und das scharf stellen sowieso.
Einzig die Chromatische Abberation ist, wie bei den Vorgängermodellen sehr stark! Fotographiert dunklere Objekte vor einem hellen Hintergrund, so ist am Rand des Objektes ein blauer Rand. Sehr schön zu sehen, wenn man ein Bild eines Baumes vor dem Himmel schießt.

Benutzt man den Zoom, so sind die Bilder ein bisschen weniger Farbenfroh, aber das kann man zur Not mit einem Bildbearbeitungsprogramm oder den internen Einstellungen (MyColor) ändern.

Um Abends und Nachts die Stimmung von Landschaften oder Plätzen richtig einfangen zu können, kann man weiterhin die Belichtungszeit zwischen 1 Sekunde und 15 Sekunden einstellen. Bei Bildern über 1,3 Sekunden Belichtungszeit entfernt die Kamera selbstständig das CMOS-bedingte Rauschen im Bild.

Für Panoramabilder hat Canon noch eine Funktion eingebaut, welche Bilder im Format 16:9 aufnimmt und welche manchmal wirklich praktisch ist!

Bildqualität Photos innen:

Innerhalb von Gebäuden braucht man ein Lichtstarkes Objektiv. Ohne Zoom ist die minimale Blende 2,8 und mit vollem Zoom 4,8. Das ist zwar quasi Standard in dieser Klasse, aber man sollte trotzdem versuchen, auf den Blitz zu verzichten.

Damit man auch in dunkleren Umgebungen noch verwacklungsfrei Bilder schießen kann, hat Canon ein paar “Verbesserungen” eingebaut.
Die Augenscheinlichste, mit der auch viel Werbung gemacht wird, ist die Erhöhung der Maximalen ISO-Zahl von 400 auf 800. Das ermöglicht eine nur halb so lange Belichtungszeit, während das Rauschen zunehmen sollte.
Um zu testen, wie viel es bringt, habe ich die Belichtungszeiten einer Ixus 50 mit der Ixus 60 verglichen und ich muss leider feststellen, dass die Erhöhung meiner Meinung nach nur ein Marketing-gag ist, da die Ixus 60 mit ISO 800 die gleiche Zeit belichtet, wie die Ixus 50 mit ISO 400.
Es scheint also, als ob Canon einfach den die Namen jeweils verdoppelt hat (Ixus 50 + ISO 50 = Ixus 60 + ISO 100,Ixus 50 + ISO 100 = Ixus 60 + ISO 200 usw.).

Schade eigentlich, aber schlechter wird die Kamera dadurch schließlich nicht.
Einen wirklichen Vorteil bringt hingegen die Anzeige der Belichtungszeit, wenn man droht zu verwackeln! Diese Funktion habe ich schon lange bei der Ixus Serie vermisst! Nun weiß ich endlich, wie ruhig ich meine Hand zu halten habe, denn es ist schon ein Unterschied, ob man mit 1/5 Sekunde oder 1/25 Sekunde belichtet!

Wenn dies alles nicht hilft, muss der Blitz dazu benutzt werden. Die Hauttöne dabei wirken sehr lebensecht und nicht künstlich weiß. Er belichtet bis knapp 5 Meter brauchbar aus. Möchte man den Hintergrund einer großen Halle oder draußen bei halbdunkel mit auf dem Bild haben, so kann man auch noch länger belichten, als der Blitz aktiv ist. Dadurch wirkt das Hauptmotiv scharf und der Hintergrund ist (möglicherweise verwackelt) auch mit auf dem Bild.

Um in dunkleren Umgebungen auch noch Scharf stellen zu können, besitzt diese Kamera ein AF(-Autofokus)-Hilfslicht, welches bis knapp einen Meter funktioniert. Darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht, da es bei mir nur in 50% der Fälle funktionierte.

Der Anti-rote-Augenblitz hat leider quasi keine Wirkung. Vom Prinzip her ist es auch kein Vorblitz, sondern das rote AF-Hilfslicht soll die Person blenden, damit sich die Pupillen verkleinern, aber genutzt hat es bei mir fast noch nie.

Damit man auch bei sehr dunklen Aufnahmesituationen noch das Objekt erkennen kann, erhellt die Kamera das Display, in dem es nicht in realtime zeigt, was vor der Linse ist, sondern bei ISO 800 längere Belichtungszeiten benutzt. z.B. sieht man dann nur 5 Bilder pro Sekunde und bei starken Schwenkern, ist alles verwaschen, aber dafür sieht man wirklich noch was! Auf das geschossene Bild wirkt sich diese Funktion nicht aus. Nur das Menü und auch das Fokussieren ist in manchen Situationen kurzzeitig leicht verlangsamt.

Weiteres:

Die Kamera besitzt die Möglichkeit, Serienbilder aufzunehmen, wodurch man kaum einen Schnappschuss verpasst :) Dabei schafft sie gut 2 Bilder pro Sekunde (wahrscheinlich 2,4), wobei man dabei eine schnelle Speicherkarte benötigt! Bei mir verlangsamt sich die Geschwindigkeit auf ein bisschen mehr als 1 Bild pro Sekunde, nach ca. 20 Bildern.

Eine Auslöseverzögerung ist natürlich schon längst Standard, aber nicht, dass man einstellen kann, wie viele Bilder nach welcher Zeit aufgenommen werden sollen! Ich fand es praktisch, dass die Casio Exilim eine Funktion hat, dass man gleich 3 Bilder auf einmal schießt, da schon mal ein Auge zu ist oder sonst etwas nicht passt. Da man die Bilder digital hat, ist es schließlich auch sinnvoll! Bei der Canon kann man nun einstellen, dass man bis zu 10 Bilder nacheinander geschossen haben möchte! Die Zeit, bis zum ersten Bild kann man dabei zwischen 0 und 30 Sekunden einstellen! Sehr empfehlenswertes Feature!!

Oftmals hat man auch Bilder dabei, die hochkant aufgenommen wurden und auf dem 4:3 Display mit schwarzen Balken am Rand dargestellt werden. Damit man dies nun im Vollbild sehen kann, dreht die Kamera die Bilder, wenn man die Kamera dreht :) Klingt komisch, funktioniert aber super! Der Kamera ist es dabei aber egal, ob das Bild vertikal oder horizontal aufgenommen wurde, man kann alles auch richtig sehen, wenn man die Kamera nach Links oder Rechts kippt!

Zum spielen lädt auch die Funktion ein, eine einzige Farbe zu betonen und der Rest des Bildes ist dann schwarz-weiß. Dies kann man zwar auch am heimischen Rechner machen, aber dafür braucht man vor Ort ein gutes Auge, um zu wissen, was gut aussehen würde! Beispiel: Man hat eine Rote Vase auf einer Wiese stehen (ja, ja, warum auch immer…). Nun stellt man das Rot der Vase ein, der Rest wird schwarz-weiß und jeder der sich das Bild anschaut, erkennt die Wichtigkeit der roten Vase :)
Für Profis kann man auch gleichzeitig das Originalbild speichern lassen, damit man Zuhause das gleiche (nur möglicherweise besser) machen kann!
Man kann auch nur zwei Farben tauschen lassen. In diesem Beispiel könnte man eine grüne Vase auf einer roten Wiese stehen haben *g* Es macht Spaß, damit herum zu spielen, aber ich denke am Rechner mit Zeit kann man das noch viel besser hin bekommen.

Display:

Das Display muss einfach eine eigene Kategorie bekommen :) Mit 2,5 Zoll, 173.000 Pixeln und einer Auflösung von 480 * 360 Pixeln stellt es alles, was ich bis jetzt an Kleinbildkameradisplays gesehen habe, in den Schatten :) Es gibt sicherlich auch andere Kameras mit größeren Display, aber die haben oftmals eine zu geringe Auflösung, wodurch man nicht bestimmen kann, ob das gerade geschossene Bild wirklich scharf ist! Dies kann man hier wunderbar sehen und zwar aus jedem Winkel, denn das neue Display invertiert auch nicht mehr die Farben, wenn man zu schräg von der Seite drauf schaut! Endlich kann man auch wirklich gut auf Partys die aktuellen Bilder einer großen Anzahl von Personen zeigen!

Einziger Nachteil ist, dass nun weniger Platz für die Bedienelemente auf der Rechten Seite geblieben ist. Noch dazu finde ich die Platzierung des Funktionsrads (nein, ist kein wirkliches Rad, sieht aber so aus) ein wenig deplatziert. Mein Daumen tat schon nach wenigen Minuten spielen an den Funktionen Weh! Aber das ist zu verkraften, da man nicht jeden Tag minutenlang herum probiert.

Falls man das Display aus irgendeinem Grund mal nicht benutzen kann, gibt es auch noch einen altmodischen Sucher, der aber mittig sitzt und bei dem ich mir meine Nase platt drücke =)

Bildqualität Videos und Ton:

Die Bildqualität der Videos ist super! Nur leider nehmen sie in der Standardauflösung von 640*480 zu viel Platz weg! Auf eine 512 MB Karte passen bei 30 Bildern pro Sekunde keine 5 Minuten Video drauf. Dies kann man zwar erhöhen, in dem man die Bilderanzahl halbiert, die Auflösung oder gar beides, aber dann sehen die Videos zwangsläufig nicht mehr so gut aus.

Dafür kann man mit einer weiteren Funktion spielen:
320*240 mit 60 Bildern/Sekunde! Spielt man diese Videos mit 30 Bildern/Sekunden ab, ist es flüssig, aber um 50% langsamer, was ziemlich lustige Videos zu Tage bringt *g*

Leider ist es immer noch nicht möglich, lange Tonaufnahmen mit der Kamera aufzunehmen. Nach 60 Sekunden ist Schluss und man muss diese Tonaufnahme einem Bild zuordnen.

Technisches:

Die Kamera ist nach dem Einschalten sehr schnell betriebsbereit (knapp eine Sekunde). Auch nach dem Schießen eines Fotos, kann man bei neuer Fokussierung und Anzeige des geschossenen Bildes, innerhalb einer Sekunde das nächste Bild schießen (incl. Fokussierung). Eine Auslöseverzögerung nach der Fokussierung kann ich nicht bemerken.

Weiterhin kann man Fokussierung und Belichtungseinstellung kurzzeitig speichern. Nützlich, wenn man mehrere Bilder mit den gleichen Einstellungen machen möchte. Bei Belichtungssituationen, bei denen der Blitz nötig ist, wird dies mit dem kurzen Vorblitz gemessen, der jedem anderen Bild mit Blitz auch vorher geht, den man aber sonst nicht sieht.

Die Kamera besitzt einen USB 2.0 Anschluss, welchen ich jedoch nicht benutze, da ich Linux benutz und die Kamera nicht als Wechselspeichermedium angezeigt wird. Da ich jedoch sowieso einen Kartenleser benutze, macht mir das nichts aus.

Tägliche Praxis und Vergleiche:

In der täglichen Praxis, zeigt sich die Ixus 60 von ihrer besten Seite :)
Sie ist klein, handlich und sehr schnell schussbereit! Schaut man sich nun noch die Fotoqualität und die vielen durchdachten Features an, so merkt man, warum Canon an der Spitze der digitalen Kleinbildkameras ist! Einzig, dass die Kamera erst Bescheid sagt, wenn der Akku fast leer ist, muss nicht sein! Aber da ich zwei Ersatzakkus besitze, ist das auch kein Problem.

In der täglichen Praxis zeigt sich auch die gute Auswahl von kleineren möglichen Auflösungen ( 6 MP, 4 MP, 2 MP ), da mir 6 Megapixel für Schnappschüsse zu viel sind und 3 zu wenig.

Im Vergleich mit anderen mit bekannten aktuellen Kleinbildkameras schneidet sie nirgends schlechter als diese ab! Ich frage mich jedoch, ob die Bildstabilisatoren von Nikon der Ixus gefährlich werden könnten. Aber dafür gibt es dann ja auch die Ixus 800 IS ab April 2006!

Fazit:

Ich würde mir die Kamera immer wieder kaufen! (Prinzipiell habe ich dies ja auch getan, da ich vorher eine Ixus 40 hatte *g*
Bei einem Preis von unter 300 Euro bei Einführung und bewährter Ixus Qualität, welche mit einem viel besseren Display neu aufgelegt wurde, sollte man zugreifen, sofern man keine Ixus 40/50/55 besitzt!

Erstellt im März 2006

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